Haptische Kuh und Haptisches Pferd im Clinical Skills Lab der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Haptische Kuh und Haptisches Pferd im Clinical Skills Lab der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Zur Eröffnung ihres Clinical Skills Labs (Lernlabor für angehende Tierärzte) hat die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) gleich zwei haptische Systeme von Virtalis erworben: die haptische Kuh und das haptische Pferd.
Nirgendwo sonst in Deutschland existiert eine ähnliche Einrichtung“, erklärt Laborleiter Marc Dilly, „und obwohl wir weltweit gleichartige Systeme unter die Lupe genommen haben, erforschen wir noch immer die Integrations-möglichkeiten solch geführter Lernsysteme für unsere Studierenden ab dem zweiten Jahr innerhalb der insgesamt sechsjährigen Ausbildung. Besichtigungen und Gespräche an britischen Universitäten haben uns sehr deutlich gezeigt, wie sinnvoll es für die Ausbilder ist, die Bewegungen der Studierenden zu verfolgen. Dadurch sind haptische Systeme in vielerlei Hinsicht besser als die Interaktion mit lebenden Tieren.“

The Haptic CowDie Funktionsweise der haptischen Kuh und des haptischen Pferdes basiert auf einer virtuellen Berührung oder Haptik. Während die haptische Kuh virtuell die artspezifische Durchführung von Rektaluntersuchungen ermöglicht, imitiert das haptische Pferd einen lebensechten Bauchraum.

Beide Systeme verfügen über ein integriertes Haptik-Bauelement analog dem von der SensAble Group entwickelten System PHANTOM in Geomagic. Der Nutzer kann damit virtuelle Objekte auf äußerst realistische Art berühren und ertasten.

Studierende interagieren mit dem haptischen System innerhalb des scheinbar leeren Glasfasermodells einer hinteren Kuh- oder Pferdehälfte, wobei all ihre Bewegungen durch die Ausbilder überwacht werden können.

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover wurde im Jahre 1778 als „Königliche Roßarzney-Schule“ gegründet.  Als einzige der veterinärmedizinischen Lehranstalten in Deutschland konnte sie sich bis heute ihren eigenständigen Status bewahren.

Rund 2.500 Studierende der Veterinärmedizin, einschließlich Doktoranden und PhD-Studenten, sind derzeit eingeschrieben, mit 256 Studierenden in jedem der insgesamt sechs Studienjahr-gänge. Gefördert wurde das neue Clinical Skills Lab vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

„Die grundlegenden Prinzipien der haptischer Kuh und des haptischen Pferdes stehen im Einklang mit unserer Philosophie”, erläutert Dilly. „Indem wir unsere Studierenden vor dem Eingriff am lebenden Objekt mit dem virtuellen Trainer arbeiten lassen, reduzieren wir Stress und optimieren das beiderseitige Wohlergehen. Natürlich erwarten wir auch eine Qualitätssteigerung der Lehre – vor allem dadurch, dass die Studierenden im Umgang mit dem haptischen System auch solchen Bedingungen ausgesetzt werden können, auf sie während ihrer Ausbildung am lebenden Tier vielleicht nicht stoßen würden. Ein Paradebeispiel hierfür sind die unterschiedlichen Arten von Pferdekoliken. Meist ist die Kolik eine Notfallsituation und es ist kaum möglich, unter den gegebenen Umständen im Ernstfall ein Training zu arrangieren.“ Die haptische Kuh und das haptische Pferd hingegen können solche Bedingungen auf Knopfdruck simulieren: die haptische Kuh imitiert die Fortpflanzungsorgane des Rindes, darunter Modelle des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter und der Eierstöcke mit einer großen Auswahl an diversen Fallstudien zu Fruchtbarkeit, Schwangerschaften und einigen Beispielen für Pathologie, während das haptische Pferd unterschiedlichste Arten von Koliken simulieren kann.

Im Januar 2014 findet im Clinical Skills Lab Hannover ein Symposium zur tierärztlichen Ausbildung statt.

Read in English

 

Die Systeme haptische Kuh und haptisches Pferd wurden von Prof. Sarah Baillie von der University of Bristol entwickelt.  Virtalis Limited ist als weltweit exklusiver Vermarktungspartner dieser Systeme lizensiert.

*PHANTOM, SensAble und Geomagic sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Geomagic Inc. Andere Marken-und Produktnamen sind Warenzeichen ihrer jeweiligen Inhaber.

 

 

 

\